Die Geschichte von Glasgow Kiss ist je nach Interpretation eine Verkettung glücklicher bzw. unglücklicher Zufälle. Ihren Ursprung hat sie in der Weltmetropole Krefeld, denn hier sind vier der fünf Mitglieder von Glasgow Kiss in musikalisch ambitionierten Familien aufgewachsen.

Den Weg in diese für Ihre Musikszene über die Grenzen des Planeten bekannte Stadt musste ein Mitglied aber erst noch finden. Denn wer in Eisenhüttenstadt aufgewachsen ist, hatte bis zum späten Ende der 80er Jahre mit unnötigen Komplikationen bei einer spontanen Ausreise zu rechnen. So und nicht anders erging es unserer ostdeutschen Charakterstimme Matthias Berger.

Berger hatte nämlich im zarten Alter von 14 Jahren bereits fest beschlossen, Rockstar zu werden. Eine Klassenfahrt, auf der die coolen Typen mit der Gitarre alle Weiber abschleppten, bestätigte sein Vorhaben dabei enorm. Er kaufte sich folglich eine verstimmte Kindergitarre und begann fortan vorm Spiegel laut zu Smokie-Songs zu performen. Glücklicherweise gibt es aus dieser Zeit kein übermitteltes Bildmaterial.

Und Berger hatte Geduld, denn er wusste, dass Gott den Schweiß vor den Erfolg gesetzt hat. Und so probte er Tag für Tag, bis er sich zu einem ausgereiften Rythmus-Gitarristen entwickelt hatte. Dieser Prozess wurde nochmal stark beschleunigt, als Berger herausfand, wie man eine Gitarre richtig stimmt.

Nach vier Jahren harter Arbeit schrieb Berger einen Brief an die Regierung. Darin versicherte er, nun über die Fähigkeiten eines internationalen Rockstars zu verfügen und bat um eine Ausreise-Ausnahmegenehmigung. Das politische Weltgeschehen der letzten Jahre war an Berger natürlich komplett vorbei gegangen. Und so staunte er nicht schlecht, als es in dem Antwortschreiben hieß, dass keine Genehmigungen mehr nötig seien, und ob er für die Feierlichkeiten der Silvesternacht irgendwas über „Frieden“ singen könne.

Doch Berger hatte größere Ziele und machte sich pünktlich zur deutschen Wiedervereinigung auf, um sich mit Musikern der Musikmetropole Krefeld zu vereinigen. Dies erwies sich abermals als weise Entscheidung. Den Job für die Silvesternacht hatte nämlich ein durchgeknallter Schauspieler aus Amerika übernommen. Noch heute lacht die ganze Welt über ihn.